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Ostern ist vorbei! Mit dem heutigen Tage beginnt hier in Österreich die schrittweise Lockerung der staatlich verordneten Maßnahmen im Zuge der „Corona-Krise“. Wir dürfen raus. Und endlich wieder rein, uns ungezügeltem Konsumrausch hingeben, den wir wochenlang schmerzlich missen mussten. Offiziell genehmigte Ansammlungen von vermummten Bürgern dieses Landes, das nenn ich mal eine Innovation.

Es war eine Vollbremsung, darüber sind wir uns alle einig. Ein weltweiter, in vielen Regionen noch andauernder, Milliarden schwerer Shot-Down gesamter Industrien, kapitalistischer Konsumtempeln, sozialem Leben und Bindungen, mit tausenden von Toten und unzähligen Hinterbliebenen. Es tat weh, und tut es immer noch. Aber ein Staat muss funktionieren. Und ein Staat ist auch ein wirtschaftliches Unternehmen. Kein Unternehmen der Welt funktioniert allein nur durch das Ausgeben von Geldern. Irgendwann müssen auch wieder Gelder in das Unternehmen fließen.

Ich war überrascht, in den vergangenen Wochen. Noch nie hatte es solch eine Welle und Vielfalt an regionalen Produkten in Österreich in dieser geballten Form gegeben. Im Zuge der in Misskredit geratenen Globalisierung fanden sich plötzlich nicht mehr Braeburn Äpfel aus Südtirol sondern tatsächlich aus heimischen Regionen in den Regalen der Supermärkte, ja sogar von Urlaub im eigenen Land war plötzlich die Rede. Chapeau! Selbst in der all abendlich über unsere Bildschirme flimmernden Werbung reagierte man in Windeseile mit Danksagungen an die Verbraucher für das verstärke Kaufen von regionalen Produkten.

Meine, schon seit Jahren geforderte Postion, wurde tatsächlich plötzlich zum Mainstream. Gebt dem Konsumenten regionale Produkte, und sie werden die Produkte auch kaufen. Verstärkt das Angebot an nachvollziehbar nachhaltigen Erzeugnissen und stärkt mit diesen ehrlichen Produkten die heimische Wirtschaft. Nein, ich bin kein Influencer. Ich bin Koch, Küchenchef, Einkäufer. Ich arbeite tagtäglich mit Produkten. Und eben diese Erfahrung macht mich und meine Überzeugung authentisch.

Aber ich bin auch Realist. Und ich weiß, das mit dem Hochfahren der Wirtschaft auch wieder die Globalisierung fortschreiten wird, ganz gleich wieviel Tote es noch geben wird, welche Freiheiten wir weiterhin schmerzlich vermissen werden, welchem Verzicht wir uns noch hingeben müssen. Jahrzehnte lang aufgebaute, weltweite wirtschaftliche Verflechtungen wird auch kein Virus, und sei er noch so effektiv, auflösen können.

Wir werden nun schrittweise immunisiert, gegen eine Pandemie, die wir als die größte, in diesem Jahrhundert da gewesene Bedrohung ansehen. Und wir hatten die vielleicht einmalige Chance, einer wesentlich größeren und mächtigeren Bedrohung als diesem mikroskopisch kleinen Winzling Einhalt zu bieten. In wie weit uns diese, für die Entwicklung unseres Landes weitaus wichtigere Immunisierung gelungen ist, wird sich in der Zukunft zeigen.

Feinster Himbeer Essig von Bettina Lenz, www.trueffel.at

One comment on “Vom Ende der Fastenzeit oder „Austria First!“

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